Levelit
de-de

Wählen Sie Ihre Region und Sprache

Bewerben
Deutsch - Deutschland
ARTIKEL

Terrasse fliesen: Praktische Tipps zu Aufbau und Verlegung

12 April 2024

Lesezeit: ca. 6 Minuten

Autor: Peter Goegebeur (Leiter der Belgischen Innovativen Fliesenakademie)

Bei der Ausführung von Boden- und Wandfliesen in Wohngebäuden steigen die Anforderungen an die Qualität der fertigen Fliesenflächen. Gleichzeitig wachsen die Erwartungen der Endnutzer. Planer von Leistungsverzeichnissen, Schulungen und Verlegerichtlinien müssen diesen Entwicklungen Rechnung tragen. Auch Architekten passen ihre Vorgaben und Leistungsverzeichnisse zunehmend an neue Anforderungen und Entwicklungen an – unter anderem durch strengere Ausführungstoleranzen für Fliesenleger.

Terrassenplatten, die mit einem Nivelliersystem verlegt werden.

Was ist bei einer gefliesten Terrasse zu beachten?

Warum Präzision bei Fliesenarbeiten entscheidend ist

Bei Boden- und Wandfliesen kommt es nicht nur auf das richtige Niveau und die Ebenheit der gesamten Fläche an. Ebenso wichtig ist, dass die einzelnen Fliesen – unabhängig von ihrem Format – möglichst bündig zueinander liegen. Genau dabei unterstützen Nivelliersysteme, die auch für Fliesenarbeiten im Außenbereich eingesetzt werden können. Das LEVELIT-System hilft dabei, sowohl dünne großformatige Fliesen als auch dickere Terrassenplatten während der Verlegung gleichmäßig auszurichten und in Position zu halten.

Dauerhaftigkeit und Aufbau einer Terrasse

Bei einer Terrasse im Garten spielt die Dauerhaftigkeit eine zentrale Rolle. Der fachgerechte Aufbau einer Terrasse auf gewachsenem Boden ist komplexer, als häufig angenommen wird. Zunächst wird der Boden bis zu einem tragfähigen Untergrund ausgehoben. Die Bodenbeschaffenheit kann sich je nach Region stark unterscheiden: von sandigen Böden in Küstennähe über Lehmböden bis hin zu steinigem Untergrund. Deshalb sollte der Aufbau immer auf die örtlichen Gegebenheiten abgestimmt werden.

Ästhetische und praktische Anforderungen an Terrassen

Eine Terrasse erweitert den Wohnbereich und schafft einen Außenraum, der bei gutem Wetter zum Entspannen und Verweilen genutzt werden kann. Gleichzeitig ist eine geflieste Terrasse hohen Belastungen ausgesetzt. Temperaturschwankungen, Sonneneinstrahlung, Regen, Hagel, Frost, intensive Nutzung und unterschiedliche Verschmutzungen beanspruchen sowohl die Fliesen als auch die Fugen. Damit das Ergebnis dauerhaft den Anforderungen entspricht, sind geeignete Qualitätsmaterialien sowie eine fachgerechte Verlege- und Ausführungstechnik entscheidend.

Technische Ausführung: Aufbau, Spannungsverteilung und Entwässerung

Art, Aufbau und Dicke der einzelnen Schichten müssen anhand der verfügbaren Aufbauhöhe und der zu erwartenden Belastung der gefliesten Fläche bestimmt werden. Bereits bei der Planung und Ausführung müssen außerdem thermisch bedingte Bewegungen berücksichtigt werden. Ebenso entscheidend ist eine technisch funktionierende und rechtzeitige Ableitung von Niederschlagswasser. Eine präzise Ausführung ist dabei besonders wichtig. Eine kontrollierte Spannungsverteilung und eine effiziente Entwässerung tragen wesentlich zur Dauerhaftigkeit der Terrasse bei.

Wie wird eine geflieste Terrasse richtig aufgebaut?

In diesem Kapitel behandeln wir die verklebte Verlegung von Fliesen auf einem befestigten Estrich im Außenbereich. Dabei geht es sowohl um den korrekten Unterbau, mit oder ohne entkoppelnde Drainagematte, als auch um eine präzise Ausführung mithilfe geeigneter Werkzeuge und Systeme. Diese Hilfsmittel unterstützen dabei, die Fliesen möglichst eben zueinander auszurichten und gleichmäßige Fugenbreiten einzuhalten. Beide Aspekte sind für die Ausführung, Spannungsverteilung und Optik der gefliesten Terrasse von Bedeutung.

Technische Zeichnung zum Schichtaufbau einer Terrasse

1. Untergrund ausheben und Tragschichten aufbauen

Der Boden wird – abhängig von der örtlichen Bodenbeschaffenheit – in der Regel etwa 30 bis 40 cm tief ausgehoben, um eine stabile Grundlage für die Terrasse zu schaffen.

Anschließend werden die einzelnen Schichten aufgebaut:

  • als unterste Schicht eine drainierende Schotterschicht;
  • darüber eine verdichtete, aber ausreichend wasserdurchlässige Schicht aus Betonrecyclingmaterial oder Dränbeton;
  • abschließend der Estrich beziehungsweise die Lastverteilungsschicht.

Mit Ausnahme des Estrichs, der mindestens 5 cm dick sein muss, sollte jede Schicht etwa 10 bis 15 cm stark ausgeführt werden. Die genaue Ausführung hängt von den verwendeten Materialien ab, beispielsweise von Körnung, Zementgehalt und Wasser-Zement-Wert.

2. Höhe und Gefälle der Terrasse bestimmen

Die Höhe einer Terrasse, die unmittelbar an ein Gebäude anschließt, richtet sich unter anderem nach den Tür- und Fensterschwellen. Die fertige Terrassenoberfläche sollte stets etwas niedriger als die Abdichtung beziehungsweise die relevante Anschlusshöhe liegen, üblicherweise etwa 1 cm unterhalb der Schwelle. Von dort aus wird ein Gefälle von ungefähr 1,5 % beziehungsweise 1,5 cm pro Meter vorgesehen. Dabei müssen auch die Rutschhemmung beziehungsweise Oberflächenrauheit der Fliesen und das vorhandene Entwässerungssystem berücksichtigt werden. Entscheidend ist, dass sich auf den Terrassenplatten kein Wasser dauerhaft ansammelt.

Die untere wasserdurchlässige Schotterschicht wird üblicherweise auf einem Geotextil eingebaut und horizontal verdichtet. Für eine optimale Entwässerung empfiehlt es sich, die darüberliegende Schicht aus Betonrecyclingmaterial bereits mit einem Gefälle von 2 % auszuführen.

Praktische Tipps für den Terrassenaufbau

  • Estrich herstellen: Auf den darunterliegenden Tragschichten wird ein Estrich aus stabilisiertem grobem Sand mit einer geeigneten Zementmenge eingebaut, damit dieser ausreichend und gleichmäßig erhärten kann.
  • Drainierende Entkopplungsmatte: Auf dem ausgehärteten Estrich empfiehlt sich der Einsatz einer drainierenden Entkopplungsmatte. Sie kann Spannungen infolge von Rissen und Verformungen im Estrich vom Fliesenbelag entkoppeln. Gleichzeitig unterstützt die Drainageebene den Abtransport von Feuchtigkeit und Niederschlagswasser.
  • Verlegebild und Zuschnitte: Planen Sie das Verlegebild möglichst symmetrisch, damit auffällig schmale oder störende Zuschnitte vermieden werden.
  • Verlegung mit dem LEVELIT-System: Verwenden Sie ein ausreichend dimensioniertes Kleberbett. Kontrollieren Sie regelmäßig, ob der Fuß des LEVELIT-Clips vollständig vom Fliesenkleber umschlossen wird.

Terrassenplatten auf dem Untergrund mit Fliesenkreuzen

3. Terrassenplatten richtig verkleben

Zu raue, sandende oder staubende Estrichflächen müssen vor der Verlegung entsprechend vorbereitet, behandelt oder instand gesetzt werden. Die Fliesen sollten im Buttering-Floating-Verfahren verlegt werden. Dabei wird der Kleber sowohl auf den Untergrund als auch auf die Fliesenrückseite aufgetragen. Die Kleberrippen werden parallel ausgerichtet, anschließend wird die Fliese in das Kleberbett eingeschoben und angedrückt. Eine Alternative ist die Verlegung mit einem geeigneten Fließbettmörtel. Auch bei diesem Verfahren ist es wichtig, die Verlegeseite der Fliese einzustreichen, um eine zuverlässige Haftbrücke herzustellen. Insbesondere bei keramischen Fliesen kann die Fliesenrückseite durch Engoberückstände oder Magnesiumpulver verunreinigt sein. Bei Naturstein ist das Einstreichen der Fliesenrückseite ebenfalls häufig erforderlich, um eine zuverlässige Haftung zu gewährleisten. Achten Sie außerdem darauf, dass der verwendete Fliesenkleber ausdrücklich für den Außenbereich geeignet ist. Beachten Sie hierzu das technische Merkblatt des Herstellers oder wenden Sie sich bei Unsicherheiten an dessen technische Beratung.

Fliesenleger beim Auftragen von Fliesenkleber auf die Fliesenrückseite

Praktische Hinweise zum LEVELIT Keilsystem

  • Legen Sie die gewünschte Fugenbreite bereits vor der Verlegung fest, damit Sie die passenden Clips auswählen können. Für Fliesen im Außenbereich wird eine Fugenbreite von mindestens 4 mm empfohlen.
  • Sorgen Sie für ein ausreichend dickes Kleberbett, damit der Fuß des LEVELIT-Clips vollständig eingebettet ist.
  • Schieben Sie den Fuß des Nivellierclips sorgfältig unter die Fliese in das Kleberbett, bevor Sie die Fliese endgültig andrücken.
  • Positionieren Sie die Clips nicht zu nah an den Fliesenecken. Andernfalls können sich die Keile beim Entfernen gegenseitig behindern und die Clips falsch abbrechen. Halten Sie in der Regel etwa 5 bis 7 cm Abstand zu den Ecken.
  • Stellen Sie die Spannzange vor Arbeitsbeginn auf die richtige Fliesenstärke ein. Dadurch lässt sich zügig und mit möglichst gleichmäßiger Spannkraft arbeiten.
  • Setzen Sie die Keile in Richtung der bereits verlegten Fliese ein.
  • Ziehen Sie die Clips ausreichend fest, jedoch nicht zu stark, damit weder Clip noch Zange unnötig belastet werden.
Terrassenplatten mit dem LEVELIT-Nivelliersystem verlegen

4. Terrasse verfugen

Das Verfugen einer gefliesten Terrasse erfolgt grundsätzlich ähnlich wie bei Fliesen im Innenbereich. Ein wichtiger Unterschied liegt jedoch in der Wahl des Fugenmörtels. Dieser sollte für den Außenbereich geeignet und idealerweise wasserabweisend sein, um die Wasseraufnahme zu begrenzen und Frostschäden vorzubeugen.

  • Elastische Anschlussfugen ausführen: Um hygrothermische Bewegungen wie Ausdehnung und Schrumpfung zwischen Terrassenbelag und angrenzenden Bauteilen aufzunehmen, müssen geeignete Bewegungs- beziehungsweise Anschlussfugen vorgesehen werden. Hierfür können beispielsweise ein wasserdichter, hochelastischer Dichtstoff oder ein geeignetes Bewegungsfugenprofil eingesetzt werden. Dadurch lassen sich Spannungen infolge von Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen aufnehmen und Schäden wie Risse oder Ablösungen vermeiden.
  • Flächen in kleinere Felder unterteilen: Dunkle Fliesen absorbieren mehr Wärme. Deshalb empfiehlt es sich, die Fliesenfläche in kleinere Felder zu unterteilen. Bewegungsfugen sollten bei hellen Fliesen mindestens alle 6 Meter beziehungsweise bei maximal 36 m² und bei dunklen Fliesen mindestens alle 5 Meter beziehungsweise bei maximal 25 m² vorgesehen werden. Bei bestimmten Anwendungen, beispielsweise bei großformatigen Fliesen, können noch kleinere und vorzugsweise quadratische Felder erforderlich sein, damit sich diese unabhängig voneinander bewegen können.
  • Elastische Dichtstofffugen: Bei einer elastischen Dichtstofffuge kann eine geeignete Fugenschnur als Hinterfüllmaterial verwendet werden. Dadurch wird eine Zweiflankenhaftung des Dichtstoffs ermöglicht. Eine Dreiflankenhaftung ist zu vermeiden, damit der Dichtstoff seitliche Bewegungen ausreichend aufnehmen kann.
  • Zeitpunkt für das Entfernen des Nivelliersystems: Vor dem Verfugen sollten die Keile und Clips des LEVELIT-Systems nicht zu lange im Belag verbleiben – laut Ausgangstext durchschnittlich maximal 24 Stunden nach der Verlegung. Kleberreste können sonst im Bereich der Clips aushärten, wodurch beim Abschlagen kleine Kunststoffreste in den Fugen hängen bleiben können. Diese lassen sich anschließend vorsichtig mit einem geeigneten Messer entfernen.

Entdecken Sie unser vollständiges Sortiment an Nivelliersystemen auf unserer Website oder blättern Sie durch unseren aktuellen Katalog.

Rechner-App

Berechnen Sie die benötigte Stückzahl für Ihre Fläche über unsere App.

Zum Thema passende Artikel

Fliesenkreuze: Welche benötigen Sie und wie werden sie verwendet?
ARTIKEL

Fliesenkreuze: Welche benötigen Sie und wie werden sie verwendet?

Entdecken Sie, welche Fliesenkreuze Sie für Ihr Fliesenprojekt benötigen. Erfahren Sie mehr über klassische, T-förmige, multifunktionale und wiederverwendbare Fliesenkreuze, Fugenbreiten und die richtige Anwendung.
PowerGrip USB-Saugheber: maximale Kontrolle bei großformatigen Fliesen
ARTIKEL

PowerGrip USB-Saugheber: maximale Kontrolle bei großformatigen Fliesen

Das Heben von XXL-Fliesen und schweren Glasplatten ist körperlich schwere Arbeit. Da die Fliesen immer größer werden, stößt der traditionelle Saugheber manchmal an seine Grenzen. Der LEVELIT PowerGrip USB schafft hier Abhilfe.
Entlüftungsroller für Ausgleichsmasse: Welchen brauchen Sie?
ARTIKEL

Entlüftungsroller für Ausgleichsmasse: Welchen brauchen Sie?

Luftblasen in Ausgleichsmassen können zu Unebenheiten und einer schlechteren Oberflächenqualität führen. Erfahren Sie, wie professionelle Stachelwalzen von Levelit für einen ebenen, stabilen Untergrund sorgen und welches Modell am besten zu Ihrem Projekt passt.