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Autor: Peter Goegebeur (Leiter der Belgischen Innovativen Fliesenakademie)
Bei der Ausführung von Boden- und Wandfliesen in Wohngebäuden steigen die Anforderungen an die Qualität der fertigen Fliesenflächen. Gleichzeitig wachsen die Erwartungen der Endnutzer. Planer von Leistungsverzeichnissen, Schulungen und Verlegerichtlinien müssen diesen Entwicklungen Rechnung tragen. Auch Architekten passen ihre Vorgaben und Leistungsverzeichnisse zunehmend an neue Anforderungen und Entwicklungen an – unter anderem durch strengere Ausführungstoleranzen für Fliesenleger.

Bei Boden- und Wandfliesen kommt es nicht nur auf das richtige Niveau und die Ebenheit der gesamten Fläche an. Ebenso wichtig ist, dass die einzelnen Fliesen – unabhängig von ihrem Format – möglichst bündig zueinander liegen. Genau dabei unterstützen Nivelliersysteme, die auch für Fliesenarbeiten im Außenbereich eingesetzt werden können. Das LEVELIT-System hilft dabei, sowohl dünne großformatige Fliesen als auch dickere Terrassenplatten während der Verlegung gleichmäßig auszurichten und in Position zu halten.
Bei einer Terrasse im Garten spielt die Dauerhaftigkeit eine zentrale Rolle. Der fachgerechte Aufbau einer Terrasse auf gewachsenem Boden ist komplexer, als häufig angenommen wird. Zunächst wird der Boden bis zu einem tragfähigen Untergrund ausgehoben. Die Bodenbeschaffenheit kann sich je nach Region stark unterscheiden: von sandigen Böden in Küstennähe über Lehmböden bis hin zu steinigem Untergrund. Deshalb sollte der Aufbau immer auf die örtlichen Gegebenheiten abgestimmt werden.
Eine Terrasse erweitert den Wohnbereich und schafft einen Außenraum, der bei gutem Wetter zum Entspannen und Verweilen genutzt werden kann. Gleichzeitig ist eine geflieste Terrasse hohen Belastungen ausgesetzt. Temperaturschwankungen, Sonneneinstrahlung, Regen, Hagel, Frost, intensive Nutzung und unterschiedliche Verschmutzungen beanspruchen sowohl die Fliesen als auch die Fugen. Damit das Ergebnis dauerhaft den Anforderungen entspricht, sind geeignete Qualitätsmaterialien sowie eine fachgerechte Verlege- und Ausführungstechnik entscheidend.
Art, Aufbau und Dicke der einzelnen Schichten müssen anhand der verfügbaren Aufbauhöhe und der zu erwartenden Belastung der gefliesten Fläche bestimmt werden. Bereits bei der Planung und Ausführung müssen außerdem thermisch bedingte Bewegungen berücksichtigt werden. Ebenso entscheidend ist eine technisch funktionierende und rechtzeitige Ableitung von Niederschlagswasser. Eine präzise Ausführung ist dabei besonders wichtig. Eine kontrollierte Spannungsverteilung und eine effiziente Entwässerung tragen wesentlich zur Dauerhaftigkeit der Terrasse bei.
In diesem Kapitel behandeln wir die verklebte Verlegung von Fliesen auf einem befestigten Estrich im Außenbereich. Dabei geht es sowohl um den korrekten Unterbau, mit oder ohne entkoppelnde Drainagematte, als auch um eine präzise Ausführung mithilfe geeigneter Werkzeuge und Systeme. Diese Hilfsmittel unterstützen dabei, die Fliesen möglichst eben zueinander auszurichten und gleichmäßige Fugenbreiten einzuhalten. Beide Aspekte sind für die Ausführung, Spannungsverteilung und Optik der gefliesten Terrasse von Bedeutung.

Der Boden wird – abhängig von der örtlichen Bodenbeschaffenheit – in der Regel etwa 30 bis 40 cm tief ausgehoben, um eine stabile Grundlage für die Terrasse zu schaffen.
Anschließend werden die einzelnen Schichten aufgebaut:
Mit Ausnahme des Estrichs, der mindestens 5 cm dick sein muss, sollte jede Schicht etwa 10 bis 15 cm stark ausgeführt werden. Die genaue Ausführung hängt von den verwendeten Materialien ab, beispielsweise von Körnung, Zementgehalt und Wasser-Zement-Wert.
Die Höhe einer Terrasse, die unmittelbar an ein Gebäude anschließt, richtet sich unter anderem nach den Tür- und Fensterschwellen. Die fertige Terrassenoberfläche sollte stets etwas niedriger als die Abdichtung beziehungsweise die relevante Anschlusshöhe liegen, üblicherweise etwa 1 cm unterhalb der Schwelle. Von dort aus wird ein Gefälle von ungefähr 1,5 % beziehungsweise 1,5 cm pro Meter vorgesehen. Dabei müssen auch die Rutschhemmung beziehungsweise Oberflächenrauheit der Fliesen und das vorhandene Entwässerungssystem berücksichtigt werden. Entscheidend ist, dass sich auf den Terrassenplatten kein Wasser dauerhaft ansammelt.
Die untere wasserdurchlässige Schotterschicht wird üblicherweise auf einem Geotextil eingebaut und horizontal verdichtet. Für eine optimale Entwässerung empfiehlt es sich, die darüberliegende Schicht aus Betonrecyclingmaterial bereits mit einem Gefälle von 2 % auszuführen.

Zu raue, sandende oder staubende Estrichflächen müssen vor der Verlegung entsprechend vorbereitet, behandelt oder instand gesetzt werden. Die Fliesen sollten im Buttering-Floating-Verfahren verlegt werden. Dabei wird der Kleber sowohl auf den Untergrund als auch auf die Fliesenrückseite aufgetragen. Die Kleberrippen werden parallel ausgerichtet, anschließend wird die Fliese in das Kleberbett eingeschoben und angedrückt. Eine Alternative ist die Verlegung mit einem geeigneten Fließbettmörtel. Auch bei diesem Verfahren ist es wichtig, die Verlegeseite der Fliese einzustreichen, um eine zuverlässige Haftbrücke herzustellen. Insbesondere bei keramischen Fliesen kann die Fliesenrückseite durch Engoberückstände oder Magnesiumpulver verunreinigt sein. Bei Naturstein ist das Einstreichen der Fliesenrückseite ebenfalls häufig erforderlich, um eine zuverlässige Haftung zu gewährleisten. Achten Sie außerdem darauf, dass der verwendete Fliesenkleber ausdrücklich für den Außenbereich geeignet ist. Beachten Sie hierzu das technische Merkblatt des Herstellers oder wenden Sie sich bei Unsicherheiten an dessen technische Beratung.


Das Verfugen einer gefliesten Terrasse erfolgt grundsätzlich ähnlich wie bei Fliesen im Innenbereich. Ein wichtiger Unterschied liegt jedoch in der Wahl des Fugenmörtels. Dieser sollte für den Außenbereich geeignet und idealerweise wasserabweisend sein, um die Wasseraufnahme zu begrenzen und Frostschäden vorzubeugen.
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